Fjällräven Keb Eco-Shell Jacke

In diesem Beitrag möchte ich die 3-Lagen Hardshelljacke Keb Eco-Shell von Fjällräven vorstellen. Es handelt sich dabei um meine erste Hardshelljacke. Ich hatte zuvor tatsächlich noch keine. Ich entschied mich aus diversen Gründen für diese Jacke:

  • Design
  • Funktionalität
  • Streben nach Nachhaltigkeit
  • Marke (ja ich geb’s zu, ich mag Fjällräven)

Ich war zudem neugierig, ob die Jacke mit der hauseigenen Membran von Fjällräven auch hält, was sie verspricht. Die Jacke ist nun seit ungefähr sieben Wochen in meinem Besitz. Wirklich getestet habe ich sie auf meinem zweiwöchigen Wanderurlaub in Schottland. Perfekte Bedingungen für die Jacke, viel Regen und Wind. Ein abschliessendes Urteil kann und möchte ich aber noch nicht fällen.

Technische Daten

Aussenstoff: 100% Polyester
Membran: 100% Polyester (vs. ePTFE bei GoreTex)
Gewicht: 570g bei Grösse M
Atmungsaktivität: 26.000 g/m2/24h
Wassersäule: 30’000 mm

Atmungsaktivität und Wassersäule spielen in der obersten Liga. Siehe hier.

Meine Jacke trage ich in Grösse M und der Farbe „Fog“.

Design & Funktionalität

Die Jacke ist eher gross geschnitten (grösser als z.B. die „normale“ Keb Jacke von Fjällräven). Mich hat die Grösse zu Beginn etwas verunsichert, stellte sich aber später als optimal heraus. Durch den grösseren Schnitt ist der Allerwersteste gut gedeckt, es ist noch Platz für dicke Schichten darunter (Fleece / Loft / Daunenjacke) und macht die Jacke somit alljahrestauglich. Die Ärmel sind lang, können aber gut mit clever geschnittenen Bündchen angepasst werden. Die Verarbeitung wirkt sehr gut. Bisher ging nichts kaputt und es waren auch keine Mängel zu erkennen. Der hohe Preis von 600 CHF lässt aber in meinen Augen auch gar nichts anderes zu. Was die Funktionalitäten der Jacke angeht, ist alles geboten, was man sich nur denken kann:

  • Helmtaugliche Kapuze mit Schirm
  • Kapuze lässt sich optimal anpassen (Kordelzug hinten und vorne am Kragen)
  • zwei geräumige Brusttaschen mit kleinen Netzinnentaschen für Smartphone und dergleichen
  • sehr guter zwei-Wege-Reissverschluss
  • zusätzliche Windschutzleiste an der Innenseite des Reissverschlusses
  • Tasche am linken Oberarm
  • Netzttasche innen links mit Durchgang zur Aussentasche für Kopfhörer oder dergleichen
  • Kordelzug am Saum
  • Unterarm-Reissverschlüsse für zusätzliche Belüftung und Zugriff auf Taschen von darunter liegenden Schichten

Die Jacke hat ein sehr schlichtes Design. Wer die Produkte von Fjällräven kennt, weiss wovon ich spreche. Es gibt keine optischen Extras, farbliche Hervorhebungen oder dergleichen. Das trifft auch auf die möglichen Farbvarianten zu. Keine grellen Farben à la Textmarker.

Bei der Keb Eco-Shell handelt es sich um eine 3-Lagen-Jacke. Das bedeutet: Der Aussenstoff, das Laminat und der Innenstoff sind zu einer Einheit zusammengeschweisst. Damit auch kein Wasser durch die Nähte kommt, sind diese sorgfältig verschweisst/abgeklebt. Vom Aufbau her unterscheidet sie sich somit nicht wesentlich von anderen dreilagigen Hardshelljacken. Der Aussenstoff, der die Membran darunter vor mechanischer Einwirkung schützt, ist gemäss Fjällräven sehr robust. Wie robust er ist, und ob er z.B. mit einer GoreTex Pro Jacke mithalten kann, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Der Innenstoff ist selbst auf der nackten Haut sehr angenehm zu tragen und fühlt sich hochwertig an. Ganz allgemein fühle ich mich in der Jacke sehr wohl und gut „geschützt“.

Was zudem auffällt: Die gute Passform der Jacke wurde durch die vielen Einzelteile erreicht, aus der die Jacke besteht. Kehrt man das Innere der Jacke nach aussen, kann man anhand der getapten Nähte erkennen, wie aufwendig die Jacke verarbeitet ist.

Eco-Shell

Man liest es schon im Namen der hauseigenen Membran von Fjällräven. Eco-Shell verspricht hohe Funktionalität bei maximaler Umweltfreundlichkeit. Diesen Anspruch erheben sie aufgrund der Materialien, aus denen die Shell gefertig wird. Es kommt ein Mix aus bereits rezyklierten und neuen, rezyklierbaren Fasern aus Polyester zum Einsatz. Ausserdem ist die Imprägnierung biologisch abbaubar. Sollte man die Jacke irgendwann selber neu imprägnieren, macht es Sinn, wieder auf ein biologisch abbaubares Imprägnationsmittel zu setzen (z.B. Nikwax oder das hauseigenen von Fjällräven).

Fjällräven sagt zudem, dass alle bei Produktion und Transport entstehenden Emissionen klimakompensiert werden.

Ich möchte dem Hersteller solche Versprechen gerne glauben. Wirklich verifizieren kann ich das Ganze aber nicht. Eine bluesign-Zertifizierung beispielsweise würde mein Vertrauen sicherlich stärken. Fjällräven sagt auf Ihrer Webseite folgendes dazu:

Wann immer möglich verwenden wir Materialien und Produkte, die als umweltverträglich zertifiziert worden sind, z. B. nach Oeko-Tex, bluesign und GOTS. In der Regel weisen wir darauf nicht gesondert hin, da dies für uns eine Selbstverständlichkeit ist.

Bei meiner Jacke handelt es sich um ein Muster in Serie-Qualität, welches mir grosszügigerweise von einem grossen Vertreiber zur Verfügung gestellt wurde. Etiketten etc. fanden sich folglich nicht am Artikel. Ich möchte meine Leser an dieser Stelle schlicht auf die Thematik aufmerksam machen und motivieren, bei Unklarheiten oder mangelnder Transparenz beim Hersteller nachzuhaken. Ganz egal, um welches Produkt von Marke XY es sich handelt.

Praxis

Ich bin bisher sehr zufrieden mit der Jacke. Der Schnitt is sehr angenehm, die vielen durchdachten Details erfreuen (z.B. weicher Fliess-Rand Innenseite Kragen) und sie hält sowohl Wind als auch Regen zuverlässig draussen. Was ich bisher noch nicht klar beurteilen kann ist die Zuverlässigkeit der Jacke bei Dauerregen und schwerem Gepäck auf dem Rücken. Während meiner Wanderung auf dem West Highland Way in Schottland hielt mich die Jacke eigentlich immer trocken und vom Wind geschützt. Nur das eine Mal, nach einer mehrstündigen Strecke bei Regen, waren die Kleider darunter durchnässt. Ob die Jacke Wasser durchliess oder ob die Nässe von Innen kam (Schweiss, Kondensation) kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Fakt ist, dass alle Membranen nur ab einer bestimmten Differenz zwischen Aussen- und Innentemepratur richtig „atmen“. Es war an besagtem Tag nicht sehr kalt und deshalb ist es gut möglich, dass die Feuchtigkeit in den Kleidern von Innen kam. Meine Freundin, welche mit mir unterwegs war und eine GoreTex-Jacke von Mammut trug, hatte übrigens dasselbe Problem. Bei einer Wassersäule von 30’000 mm sollte die Jacke komplett dicht sein, selbst bei hohem Druck (Rucksackträger auf Schultern, Hüftgurt, etc.). Es gilt also, noch so einige Testläufe mit der Jacke durchzuführen.

Ein Killerkriterium für viele Interessenten könnte der hohe Preis sein. Denn man kriegt für deutlich weniger Geld funktional vergleichbare Jacken mit GoreTex. Eine Preisaufschlüsselung wäre hier sicherlich hilfreich.

Und das Thema Nachhaltigkeit ist noch lange nicht abgeschlossen. Nach Herstellung, Zertifizierungen und Vertrieb kommt auch die Frage, wie lange die Jacke denn seinen Dienst verrichtet und ob sie sich bei Schäden leicht reparieren lässt. Bzw. ob Fjällräven auch weit in die Zukunft hinaus Reperaturen vornimmt. Denn Nachhaltigkeit hängt zu einem grossen Teil auch von der Frequenz von Neukäufen ab. Unabhängig davon, wie „sauber“ ein Produkt hergestellt wurde, sollte es doch eigentlich so lange benutzt werden, wie es nur geht.

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