West Highland Way [1] | Milngavie – Drymen

Technische Daten:
Etappe: Milngavie  – Drymen
Distanz: ~19km
Zeit: ~4.5h
Bergauf: 223m
Bergab: 228m
Technisch & konditionell leicht.

Freundliche Anreise

Heute möchte ich euch den ersten Tag unserer Fernwanderung schildern. Zuvor aber noch ein paar Worte zur Anreise.

Meine Freundin und ich flogen am Samstag Abend von Zürich über Amsterdam nach Glasgow. Der Amsterdammer Flughafen ist schon cool, so lebendig im Vergleich zum Zürcher Pendant. Vom Flughafen nahmen wir ein Taxi zum Hostel – inzwischen war es schon spät – und meldeten uns an der Reception an. Dies war dar erste Mal, dass wir die schottische Gastfreundlichkeit erleben durften. Und es sollten noch viele weitere Male folgen. Der Mann hinterm Pult war schon nicht mehr der jüngste, wenngleich auch nicht alt. Und er sah ein bisschen „mitgenommen“ aus. Vielleicht das Ergebnis von sorglosem Feiern des Lebens. Er empfing uns herzlich und blühte richtig auf, als er von unserer geplanten Wanderung erfuhr. Er selbst mache sie zwei Mal pro Jahr und das seit mehreren Jahren. Gestartet wird immer mit sechs Guinness im Rucksack, so unser Gastgeber. Er gab uns viele Tips, erzählte Geschichten und ermahnte uns, an gewissen Stellen entlang des Weges vorsichtig zu sein. Er zeigte uns unser Zimmer und wir waren dankbar, endlich angekommen zu sein. Es war ein langer Tag und wir legten uns zufrieden ins Bett.

Am nächsten Morgen standen wir so gegen acht Uhr auf den Beinen. Unser herzlicher Gastgeber vom vorigen Abend erwartete uns bereits. Er gab uns noch ein paar Notizen und eine wichtige Telefonnummer, da er wusste, wie es um die Unterkünfte platztechnisch steht. Wir bedankten und verabschiedeten uns und machten uns auf in Richtung Bahnhof.

Mulgai und die Teddybären

Von da ging es mit einem ausserordentlichen Bus (Bauarbeiten auf den Gleisen) nach Milngavie (ausgesprochen „Mulgai“), einem Vorort von Glasgow. Hier befindet sich der offizielle Start vom West Highland Way. Bevor es dann richtig losging, setzten wir uns noch in ein Cafe; und landeten einen Volltreffer! Keine Kette (à la Costa, Starbucks und wie sie alle heissen) und auch sonst keine Touristenfalle.

Ich gebe zu, die Teddybären sind ein wenig unheimlich. Aber die Atmosphäre insgesamt war super, die Einrichtung überaus gemütlich und noch dazu interessant anzuschauen. Auch hier durften wir wieder von der unkomplizierten, offenen und hilfsbereiten Art der Schotten profitieren. Wir kamen ins Gespräch mit unseren Sitznachbaren, stellten ein paar Fragen und diese gaben sich alle Mühe, sie zu beantworten. Sogar die Kellnerin (im Bild hinten rechts) wurde involviert, welche wiederum ihre Kollegen in der Küche um Rat fragte. Einfach geil.

Wie schon im ersten Beitrag dieser Serie erwähnt, kamen wir an einem Sonntag in Milngavie an. Wir wollten eigentlich noch Brennstoff für unseren Kocher kaufen, aber der örtliche Laden mit entsprechender Ausrüstung war geschlossen. Also: Den Trip so planen, dass man nicht an einem Sonntag startet. Es sei denn, man hat schon alles.

Die erste Etappe und viele nette Begegnungen

Wir machten uns nichts weiter draus (konnten wir auch nicht) und gingen zum Startpunkt:

Von da wanderten wir gute 19 Kilometer bis nach Drymen („Drimen“). Zuerst ging es durch einen Wald/Park , später durch Felder, Wiesen und über Brücken. Manchmal auf einfachen Strassen, manchmal auf festgetrampelten Pfaden. Nach und nach liessen wir die Stadt und deren Ausläufer hinter uns. Das merkten wir unter anderem anhand des weniger werdenden Abfalls entlang des Weges. Auch kreuzten immer weniger Menschen unseren Weg. Übrigens: Das Wetter war an diesem ersten Tag toll! Viel Sonne, kein Regen. So wurde diese Etappe zu einem sanften Einstieg in unser Abenteuer. Nur zwei Dinge fielen uns schon bald unangenehm auf: Wir waren deutlich zu warm angezogen. Und unsere Rucksäcke waren erstaunlich schwer (meiner war gute 13 kg, der ihre gute 10kg schwer). Nichts dramatisches. Man gewöhnt sich dran. Auch unterwegs unterhielten wir uns mit dem ein oder anderen Tageswanderer. Die Gespräche entstanden jedes Mal spontan, waren lehrreich und unterhaltsam zugleich. Ich weiss nicht, ob es an uns lag oder an der Natur des schottischen Gemüts. Auf jeden Fall war es eine Freude. Als die Sonne schon tief am Himmel stand, kamen wir in Drymen an. Hier funktionierte unser Plan noch und wir konnten spontan ein Doppelzimmer in einem B&B beziehen. Die Unterkünft heisst „kip in the kirk“, war einmal eine Kirche und wird von einer genialen Frau namens Frances Warnes geführt. Eine klare Empfehlung meinerseits.

Der erste Tag, die  ersten 19 Kilometer waren geschafft. Wir verbrachten anschliessend noch viel Zeit mit Telefonaten und Buchungen im Internet. Mit tatkräfitger Unterstützung von Frances. Top, die Frau. Unsere Lektion des Tages: West Highland Way komplett im Voraus planen, inklusive Unterkünfte, oder dann zelten!

Wir versuchten dann doch noch, den Rest des Abends zu geniessen, was uns gelang, und hatten schliesslich auch gar keine Probleme, einzuschlafen.

Anschliessend noch ein paar Bilder, um den Worten auch Form zu geben.

P.S. Wer findet das Monstrum?

2 Gedanken zu “West Highland Way [1] | Milngavie – Drymen

    1. Hi Julia,
      Vielen Dank für dein Feedback. Freue mich über jeden einzelnen Leser!
      Der Weg wird vor allem gen Norden spannend. Es lohnt sich auch, in den Ortschaften zu verweilen und die Gegend zu erkunden. Munros, Corbetts, u.v.m. 😉
      Gruss,
      Wurzelmandli

      Gefällt 1 Person

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