Lagerbau II

Mein kleines Camp habe ich in letzter Zeit bedeutend ausgebaut. Wie immer möchte ich hier die Ergebnisse präsentieren, auf bestimmte Techniken eingehen und einen kleinen Ausblick auf Zukünftiges geben. Viel Spass!

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Vico hält Wache

Meine nächste Priorität, nach dem Bau der „Holzmauer“, war ein Wetterschutz – ein Dach über dem Kopf sozusagen. Dazu musste als erstes ein Querbalken her, welcher zusammen mit dem Waldboden als Stütze für ein Schrägdach dient.
Bei der Konstruktion machte ich mir die umstehenden Bäume zu nutze. An den dicken Baum auf der linken Seite des Lagers lehnte ich einen dünnen Holzstamm mit einer rechteckigen Aussparung am oberen Ende. Damit dieser „Pfeiler“ nicht kippt, habe ich ihn an zwei Stellen an den Baum gebunden. Den Querbalken habe ich entsprechend eingesagt, um ihn in der Aussparung festzuklemmen (siehe Nut [Fertigungstechnik])

Der Baum zur Rechten hat einen deutlich kleineren Umfang. Ich entschied mich deshalb, den Querbalken auf dieser Seite einfach an dem Baum festzubinden. Das hält soweit ganz gut. In Zukunft werde ich warscheinlich eine zweite Wicklung anbringen, um auf der sicheren Seite zu sein.

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Der Querbalken lag mit dieser Konstruktion stabil genug für den weiteren Ausbau. Als nächstes kamen lange, dünne Holzstämme, die schräg auf den Querbalken gelegt das Dach bilden. Diese aufzutreiben war eine kraft- und zeitraubende Aufgabe, denn ich wollte möglichst kein morsches Holz verwenden. Die meisten Stücke habe ich von gefällten oder jungen, umgefallenen Fichten. Gerade an steilen Abhängen findet man sehr viele davon, da diese mit der Zeit automatisch kippen.

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Um auch im Sitzen geschützt zu sein, entschied ich mich, zusätzlich ein kleines Vordach zu bauen, welches direkt an das Schrägdach anschliesst. Es musste lediglich ein zweiter Querbalken her, welchen ich wiederum mit Hilfe zweier junger Fichten festbinden konnte.

Das „Dachdecken“ ging dieses mal bedeutend schneller und ich war nicht ganz so penibel, was die Qualität des Holzes anging. Als das Skelett von Schrägdach und Vordach fertig war, sammelte ich Zweige von Nadelbäumen, um alles abzudecken. Die Zweige dienen sowohl dem Schutz vor Wind, als auch dem Schutz vor fremden Blicken. Das Lager liegt zwar in unmittelbarer Nähe von einem oft frequentieren Weg, aber ich möchte trotzdem eine gewisse Privatsphäre wahren.
Ich fand die Tannen- und Fichtenzweige am Boden bzw. an jungen, gefällten Bäumen. Das war Glück, denn es widerstrebt mir, Zweige von noch lebenden, gesunden Bäumen abzuhacken.

Fertig abgedeckt sieht meine Dach/Vordach-Kombination dann so aus:

Das Schrägdach bietet genug Platz, um darunter mit Isomatte und Schlafsack zu übernachten. Regnen darf es dabei nicht, denn das Dach ist bei weitem nicht wasserdicht. Das Vordach macht es möglich, bequem und bis zu einem gewissen Masse geschützt vor dem Feuer zu sitzen. Auch für mehrere Personen.

Nach meiner ersten Übernachtung im selbstgebauten Camp habe ich noch die eine oder andere Verbesserung für die Zukunft. Das Schrägdach will ich von beiden Seiten zum Boden „runterziehen“, um Füsse und Kopf besser vor Wind und Witterung zu schützen. Dach und Vordach werde ich evtl. mit einer zusätzlichen Laubschicht besser abdichten. Durch die feine Verästelung der Zweige sollte dies kein Problem sein.

Das alles hat bisher viel Spass gemacht und war noch dazu äusserst lehrreich. Ich freue mich auf weitere Geistesblitze im Wald.

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