Ein Tag im Wald

Gestern war ein ausgesprochen schöner Tag, warm und fast schon frühlingshaft. Ich entschied mich also, den Nachmittag und Abend im Wald zu verbringen, wo ich an meinem Lager weiterarbeiten wollte.

Packen

Als erstes ging es ans Packen. Ich brauchte Werkzeug, Nahrungsmittel für das Mittag- und Abendessen, Kochutensilien, Utensilien fürs Feuermachen, einen Müllbeutel, angemessene Kleidung, und und und. Das alles fand Platz in einem alten 25 Liter Rucksack.

Packliste

  • Trockenes Bündel Anmachholz mit Hanfschnur umwickelt
  • Hanfschnur (für Basteleien)
  • Harz eigeklemmt zwischen Birkenrinde (zu Versuchszwecken)
  • Pflaster, Desinfektionsspray etc. für kleinere Wunden
  • noch nicht ganz fertiggestellter Holzlöffel
  • Teller und grosse Tasse aus Emaille
  • Feuerbeutel (Zunder, Zundermaterial, Feuerzeug, Feuerstahl, Streichhölzer)
  • Axt
  • Klappsäge (nicht im Bild)
  • Stirn- und Taschenlampe für Orientierung und Rückreise im Dunkeln (nicht im Bild)
  • Messer (feststehende Klinge mit durchgehendem Erl)
  • Kochtopf und Deckel
  • Nahrungsmittel (Reis, Rösti, Ei, Salz, Karotte, Apfel, Birne, Schokoriegel)
  • Besteck
  • Thermosflasche mit Wasser
  • Plane als Sitzkissen oder Windschutz
  • Jacke für den Abend
  • Lektüre für zwischendurch

 

Feuer

Das Bündel Anmachholz nahm ich von zu Hause mit, da es die Tage zuvor regnerisch nass war und ich nicht viel Zeit aufwenden wollte, um das Feuer in Gang zu kriegen.Vor Ort hat mich dann aber doch die Neugier gepackt und ich erstellte ein zweites Bündel  mit Holz vom Wald.

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Links ist das Anmachholz „frisch vom Wald“

Man merkte gut, dass das Holz noch nicht wirklich trocken war. Ob das an der Nässe lag oder mehr daran, dass es noch nicht lange genug „tot“ war, weiss ich nicht. Jedenfalls war es für die kleine Flamme ein ziemlicher Kampf. Erst später, mit mehr Hitze und trockenerem Holz, entfaltete die Flamme ihr volles Potenzial.

Übrigens: Diese klassische, pyramidenartige Aufschichtung des Holzes führt zu einer sehr grossen Hitze und hohen Flammen. Bei trockenem Holz gibt es zudem kaum Rauchentwicklung, da die Hitze so gross ist. Nachteilig ist aber der hohe Holzbedarf.

Es gibt eine klasse Internetseite, auf der die verschiedenen Feuerarten gut und ausführlich erklärt werden. Auch findet ihr dort Wissenswertes zu verschiedenen Holzarten und deren Eignung als Brennholz.Schaut’s euch an: https://www.nature-x.com/praktische-tipps/feuer-machen.html?utm_source=twitter

 

Vorsicht mit Werkzeugen

Ich verbrachte also einen Grossteil der Zeit damit, an meinem Lager weiterzuarbeiten. Dabei kamen Säge, Axt und Messer zum Einsatz. Mit jedem dieser Werkzeuge kann man sich schnell grössere Verletzungen zufügen. Man sollte deshalb mit grosser Vorsicht arbeiten, die Handhabung Stück für Stück verbessern und je nach Arbeit Schutzhandschuhe anziehen.

Alles Dinge, die ich von jetzt an mehr beherzigen werde.

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Ich habe mich leicht mit der Säge verletzt. Aber obwohl die Schnitte auf dem Knöchel klein waren, hat die Wunde ziemlich stark geblutet. Das kam wohl auch daher, dass ich die Schnitte nicht gleich medizinisch versorgte. Letzten Endes hat mich das Ganze Fiasko viel Zeit und Geduld gekostet. Das nächste Mal also Handschuhe nicht vergessen, und sollte es dennoch zu Verletzungen kommen, diese gleich versorgen.

 

Was sonst noch schief lief

So gut der Tag begonnen hatte, so schlecht wurde er stellenweise. Da man aus Fehlern lernt, oder zumindest sollte, wurde es auch ein sehr lehrreicher Tag.

  • Ich habe gelernt, dass man eine Rösti ohne Fett oder Öl auf einer unbeschichteten Pfanne nicht hinkriegt. Das Ergebnis war ein lockerer Haufen Kartoffeln mit Speck und Ei. Geschmeckt hat es zwar, so richtig befriedigend war das Ganze aber nicht.
  • Ich habe gelernt, im Lager Ordnng zu halten und alles nach Gebrauch wieder sauber zu verstauen. Eine gewisse Zeit lang produzierte mein Feuer enorm viel Rauch. Ich dachte zuerst, dass das am Holz liegt oder der zu niedrigen Hitze. Ich wurde eines Besseren belehrt. Als es schon lange zu spät war, bemerkte ich, dass ich die Hanfschnur unbewusst ins Feuer befördert haben muss. Von der zu Beginn üppigen Rolle Schnur war am Schluss nur ein kunstvoll glühender Haufen übrig.

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  • Ich habe gelernt, jedes Vorhaben strukturiert und durchdacht anzugehen. Ich möchte dies am Beispiel des Lagerfeuers beschreiben. Da ist es von Vorteil, zu Beginn so viel Feuerholz zu sammeln, wie man für den Tag braucht. Hätte ich genügend Holz gesammelt und das Feuer erst in der Stunde der Dämmerung entfacht, hätte ich andere Arbeiten nicht immer unterbrechen müssen, um Holz zu suchen. Besonders im Dunkeln macht das keinen Spass mehr.
  • Zu guter Letzt noch das Thema Wasser. Ich habe gelernt, dass ein Liter  für einen Tag schlicht nicht ausreicht. Vor allem, wenn man einen Teil des Wassers zum Kochen benötigt. Zum Glück gab es in der Nähe des Lagers einen Brunnen mit trinkbarem Wasser. Es empfiehlt sich also, sein Lager immer in der Nähe eines Bachs oder Flusses aufzuschlagen. Nur nicht vergessen, das Wasser vorher abzukochen oder per Filter zu säubern.

 

Zur Ruhe kommen

Trotz der Fehler, die mir an diesem Tag unterliefen, bin ich zu guter Letzt zur Ruhe gekommen. Im Dunkeln legte ich Holz nach, genoss die Wärme des Feuers und las noch ein Kapitel aus meinem Buch. Auch wenn der Tag nicht so verlief, wie ich es mir gewünscht hatte, war es doch ein guter Tag. Ein Tag in der Natur.

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