Feuer machen [1] – Zunder und Zundermaterial

Zunder

Um ein Feuer zu starten braucht man zunächst funktionierendes Anzündmaterial, auch Zunder genannt. Zunder hat die Aufgabe, einen initialen Funken aufzufangen und am Leben zu erhalten. Je nach verwendetem Material und erzeugter Hitze bleibt es beim Funken oder es gibt sogar eine Flamme.

Zunder, welcher im Stadium des Funkens verbleibt (z.B. echter Zunderschwamm), muss mit anderem Zunder oder Zundermaterial kombiniert werden, um eine Flamme zu generieren (z.B. trockenes Heu).

Zunder, welcher zuerst den Funken auffängt und anschliessend zu brennen beginnt, (Flamme) kann direkt weiterverwendet werden.

Es gibt verschiedene Arten Zunder. Bestimmten Zunder findet man in der Natur, manchen kann man selbst herstellen und wieder anderer lässt sich im Laden kaufen.

Natürlicher Zunder:

  • Birkenrinde
  • Baumbart (Bartflechte)
  • Echter Zunderschwamm (Birke, Buche)
  • Rohrkolbenwatte
  • alte Wespennester

Künstlich hergestellter Zunder:

  • Tampon
  • Kienspan
  • Verkohlte Stoffreste „Char Cloth“ (Leinen oder Baumwolle)

Einmal entzündet muss nun der Zunder genügend Hitze abgeben, um weiteren Brennstoff in den Verbrennungsvorgang miteinzuschliessen. Zuerst kommt der Zunder, dann das Zundermaterial und zuletzt das Brennholz. Die Abstufung kann dabei je nach Situation variieren. Bei schlechter Witterung und/oder feuchtem Holz ist eine feine Abstufung und sorgfältige Vorbereitung umso wichtiger.

Birkenrinde

img_6280

Birkenrinde eignet sich hervorragend als Zunder. Sie enthält ätherische Öle und brennt deshalb sogar im feuchten Zustand. Nimmt man die äussersten, hauchfeinen Schichten der Rinde oder rauht gröbere Stücke auf, lässt sie sich sehr einfach mit einem Feuerstahl entzünden.

Vorsicht
Die Schichten der Birkenrinde sollten wenn möglich von Hand abgeschält werden und das nur in kleinen Mengen. Mit dem Messer Stücke herauszuschneiden stellt ein Risiko für den Baum dar. Verletzt man den Baum zu stark, können Bakterien eindringen und der Baum wird krank. Bei toten Birken (gefällt, Sturm, etc.) darf natürlich herzhaft zugegriffen werden.

Baumbart

img_6281

Trockener Baumbart lässt sich mittels Feuerstahl ohne grosse Mühen entzünden. Beim Baumbart handelt es sich um eine Baumflechte, welche man vor allem in Bergwäldern an Nadelbäumen findet.

Kienspan

IMG_6285.JPG

Kienspäne sind besonders harzhaltige Stücke Holz, meist von Nadelbäumen wie Kiefer, Tanne oder Fichte gewonnen. Vorgefertigte Kienspäne kann man im Fachhandel kaufen. Schabt man feine Stücke vom Kienspan ab und häuft diese an, lässt sicht dieser Haufen leicht mittels Feuerstahl entzünden.

Tampon

img_6292

Das wirkt vielleicht ein wenig komisch, aber Tampons stellen einen super Zunder dar. Tampons sind im Endeffekt nichts anderes, als von einer synthetischen Membran umschlossene Wattebäusche mit einer Schnur. Löst man die Membran ab und zerrupft anschliessend den Wattebausch in eine luftige „Wolke“, lässt er sich sehr leicht mittels Feuerstahl entzünden. Nicht vergessen, vorher die Schnur zu entfernen.

Praktisch
Jeder Tampon ist in Plastik eingepackt und schützt somit die Watte vor Feuchtigkeit.
Die Schnur des Tampons lässt sich allenfalls weiterverwenden.

Wichtig
Die Plastikverpackung, die Schnur und die Membran nicht in der Natur liegen lassen. Diese sind synthetisch und können von der Natur nicht einfach so abgebaut werden.

Zundermaterial

Zundermaterialien sind diejenigen Brennstoffe, welche die Flamme nach Abbrennen des Zunders erhalten und vergrössern. Mit dem Zundermaterial wird das Feuer erstmals richtig gespiesen.

Ein typisches Zundermaterial ist Reisig. Als Reisig bezeichnet man ganz allgemein dünne Zweige. Abgestorbene Äste von Fichten eignen sich besonders gut, denn diese sind auch bei feuchtem Wetter im Innern stets trocken. Trockene Fichtenzweige knacken beim Abbrechen hörbar.

Weitere, natürliche Zundermaterialien:

  • Birkenrinde
  • Flechten
  • Vogelnester (verlassene / zerstörte, versteht sich!)
  • Rohrkolben
  • Heu

Ein sehr gutes Zundermaterial, das sich zudem sehr leicht und kostengünstig herstellen lässt, ist der Wachsknäuel.

Wachsknäuel

img_6296

Wachsknäuel sind mit Wachs vollgesogene und als Knäuel getrocknete Lagen Toilettenpapier. Ein einzelnes Knäuel brennt erstaunlich lange (5min+) und auch bei feuchter Witterung zuverlässig.

Zur Herstellung braucht man lediglich alte Kerzen oder Wachsstücke, Toilettenpapier, ein hitzebeständiges Gefäss (z.B. Aluminiumschale) und ein Feuer bzw. einen Kocher.
Einen guten Videobeitrag hierzu liefert Benjamin Claussner auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=cFNBmQdQKMg

Tipp
Wenn man den Wachsknäuel an einer Stelle genügend aufrauht, sodass das Papier zum Vorschein kommt und fasrig wird, lässt sich der Knäuel auch mittels Zündstahl entzünden und so direkt als Zunder benutzen.

 

Quellen:

Ein Gedanke zu “Feuer machen [1] – Zunder und Zundermaterial

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s